In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die Einschätzung vieler Experten und Insider der NFL immer stärker, dass die Vikings im diesjährigen Draft hoch traden, vermutlich in die Top 5, um einen der, im Konsens, besten 4 Quarterbacks zu draften. Besonders nach dem Trade mit den Houston Texans, der einen zweiten Erstrunden Pick einbrachte, gehe ich ebenfalls sehr stark davon aus.
Aber wer passt am besten in das System der Vikings, welche Stärken und Schwächen haben die einzelnen Spieler und wer könnte am ehesten von Saisonbeginn an starten?
Starten wir mit Jayden Daniels von LSU. Was bei Daniels sofort heraussticht ist seine unglaubliche Athletik und das was er als Runner am Boden machen kann. Besonders sein Straight Line Speed ist sehr außergewöhnlich für einen Quarterback. Darüber hinaus sind seine Deep Balls auf die außen oftmals sehr gut und man sieht seine Armstärke.
Probleme hat Daniels vor allem dann, wenn er im Rhythmus konstant den Ball kurz und/oder mittellang verteilen muss. Besonders über die Mitte des Feldes hat er regelmäßig Probleme. Das ist die Zone des Feldes in die er vom Tape her sehr ungern wirft. Darüber hinaus muss er die Art und Weise wie er läuft in der NFL schnell anpassen. Wenn er lief ging er bei LSU oftmals viel zu sehr ins Risiko und kassierte einige harte Tackles. Wenn er in der NFL so weitermacht sind Verletzungen vorprogrammiert.
Drake Maye von North Carolina ist ein ganz anderer Typ von Quarterback. Maye geht viel mehr in Richtung klassischer Pocket Passer und ist darin auch ziemlich gut. Er geht relativ konstant durch seine Reads und kann mit seiner Armstärke sowie seinem Armtalent eigentlich jeden Throw machen. Allerdings ist er auch athletisch genug um Plays wenn nötig zu verlängern oder selber zu laufen.
Das er eigentlich jeden Throw machen kann heißt allerdings nicht das er es auch immer umsetzt. Manchmal kommen seine Würfe einfach komplett Off Target und beim ersten Mal schauen konnte ich nicht wirklich nachvollziehen warum. Erst beim zweiten hingucken wurde klar das diese Throws meistens mit seiner, in diesen Plays, schlechten Beinarbeit zusammenhängen. Er driftet dann irgendwie merkwürdig von dem Spot in der Pocket weg an dem er eigentlich sein sollte und kommt so selbstverschuldet in Drucksituationen in denen er keine gute Plattform mehr hat.
J.J. McCarthy von den Michigan Wolverines ist von seinem Spielstil her recht ähnlich zu Maye. Ich finde er spielt gut aus der Pocket und bedient konstant die Mitte des Feldes. Das ganze auch gerne nach Play Action. Er behält seine Augen auch bei Pressure Downfield und wird den Ball in vielen Fällen noch los. Dazu ist er auch noch dynamisch und athletisch genug um Plays zu verlängern oder selbst zu laufen. Sein Throw on the Run ist für mich der beste der diesjährigen Klasse.
Probleme bekommt er meistens dann, wenn er die Bälle Outside the Numbers werfen soll. Hier ist meiner Meinung nach das gleiche Problem wie bei Maye, nämlich das seine Beinarbeit bei diesen Plays einfach nicht stimmt. Die Würfe sind dann oftmals sehr genau und verfehlen den Receiver deutlich.
Fazit
Von den dreien hat Maye für mich momentan den höchsten Floor und ist insgesamt als Quarterback am weitesten in seiner Entwicklung. Daniels hat dagegen klar das höchste Ceiling durch seine Armstärke und Athletik aber momentan auch den niedrigsten Floor. Aus meiner Einschätzung passt allerdings McCarthy am besten in das Scheme der Vikings. Er ist meiner Meinung nach sehr konstant in seinem Spiel und die Probleme die er noch hat, sollten eigentlich durch gutes Coaching deutlich verbessert beziehungsweise behoben werden können. Dennoch sind alle drei super Interessante Spieler und ich würde mich über jeden einzelnen von ihnen sehr in einem Vikings Trikot freuen.
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